Hier ein paar Antworten zu Fragen, die ich von vielen Eltern immer wieder gestellt bekomme.

Wann sollte mein Kind mit der Wassersicherheitsausbildung beginnen?

So schnell wie möglich! Jedoch gibt es dazu in der Literatur und unter den vielen Schwimmlernexperten unterschiedliche Meinungen, in welchem Monat Babys mit einem Kurs beginnen sollten. Die einen behaupten ab drei Monate und andere empfehlen wiederum einen Einstieg nicht vor dem sechsten Monat. Es gibt sogar Schwimmschulen die unter bestimmten Voraussetzungen den Einstieg bereits sechs Wochen nach der Geburt empfehlen. Eins steht auf jeden Fall fest, sobald Ihr Kind krabbeln kann, erhöht sich auch das Risiko für einen Badeunfall. Spätestens dann sollten vor allem die Eltern, die auf ihrem Grundstück einen Teich bzw. Swimmingpool haben, aktiv werden.

Lernt mein Baby in einem Babyschwimmkurs wirklich schwimmen?

Leider nein. Es handelt sich hier mehr um die Gewöhnung an das nasse Element und für ältere Babys die Vorbereitung auf das richtige Verhalten in typischen Gefahrensituationen, wie z.B. reinfallen ins Wasser, auftauchen, umdrehen und rausklettern ohne Hilfe der Eltern. Der Kurs soll den Lernprozess und die Anpassung bestimmter körperlicher Eigenschaften unterstützten und ermöglicht die Bindung und das Vertrauen zwischen Kind und Eltern noch weiter zu vertiefen.

Ab welchem Alter können Kinder eigentlich schwimmen?

Das hängt davon ab, was Eltern unter dem Begriff “schwimmen können” verstehen. Manche Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren können sich bereits ein paar Meter (z.B. mit Hunde paddeln) von A nach B bewegen. Brustschwimmen mit Kopf aus dem Wasser hingegen, so wie es in den meisten Schwimmschulen in Deutschland unterrichtet wird, ist technisch etwas anspruchsvoller. Kinder ab dem Alter von vier oder fünf Jahren können diese Schwimmart in seinen Grundtechniken bereits meistern (so war es zumindest bei mir). Das Gleiche gilt unter bestimmten Umständen auch für Rückenkraul und Freistil. Ich persönlich bevorzuge folgende Reihenfolge in meinem Schwimmunterricht: Hunde paddeln, Rückenkraul, Freistil usw.. Das “richtige” Brustschwimmen folgt erst an fünfter Stelle.

Ab wann kann ich mein Kind unbeaufsichtigt im Schwimmbad oder am See spielen lassen?

Auch wenn Ihr Kind noch so viele Schwimmstunden hinter sich hat, bereits schon einige Schwimmabzeichen besitzt oder sich im Wasser pudelwohl fühlt, lassen Sie es trotzdem nie aus den Augen. Es gibt keine hundertprozentige Wassersicherheit, da es unmöglich ist einen Menschen auf alle erdenklichen und möglichen Gefahrensituationen im Wasser vorzubereiten.

Mein Kind hat unheimlich große Angst vor Wasser. Soll ich sofort aktiv werden oder lieber noch ein wenig mit der Schwimmausbildung warten?

Je länger Sie damit warten, um so schwieriger wird es. Wenn Sie sich dazu entschlossen haben Ihr Kind selbst an das Wasser zu gewöhnen, dann gehen Sie in kleinen Schritten vor, üben Sie wöchentlich und vor allem haben Sie Geduld. Vermeiden Sie jegliche Art von negativen Erfahrungen. Es ist immer das Kind, dass am Ende entscheidet wann es für den nächsten Schritt bereit ist und nicht Mama, Papa oder der liebe Onkel, der sich vor 30 Jahren als Schwimmlehrer etwas dazu verdient hat. Jedes Kind ist anders und einige brauchen halt etwas mehr Zeit. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was zu tun ist, dann holen Sie sich professionelle Hilfe und finden Sie heraus welche Schwimmschule in Ihrer Umgebung einen Wassergewöhnungskurs anbietet.

Ist der Einsatz von Schwimmhilfen vor und während der Schwimmausbildung ratsam oder nicht?

Ich persönlich möchte auf den Einsatz von Schwimmhilfen (während der Wassergewöhnung und der Schwimmausbildung) in meinen Schwimmgruppen nicht verzichten. Das hat aber mehr damit zu tun, dass ich daran interessiert bin das alle Kinder so viel Übungszeit im Wasser bekommen wie möglich. Im Einzelunterricht benutze ich Schwimmhilfen hingegen nur gelegentlich. Für Eltern ist es wichtig zu wissen, dass Schwimmhilfen am Anfang vieles einfacher machen und den Kindern Unabhängigkeit im Wasser bieten können. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass sie sich nicht zu sehr daran gewöhnen. Es ist keinem Kind geholfen, wenn es sich mit Schwimmhilfen frei im Wasser bewegen kann, dann aber beim nächsten Kindergeburtstag in den Gartenteich fällt und sich nicht aus eigener Kraft aus dieser Situation befreien kann.

Das Gleiche gilt für den Einsatz von Schwimmbrillen. Gewöhnt sich ihr Kind zu schnell daran, wird es anschließend extrem schwer es davon zu überzeugen das Gesicht ohne diese unter Wasser zu tauchen, geschweige denn auch noch die Augen zu öffnen.

Welche Wassertemperatur ist für Wassergewöhnung und Schwimmen lernen am besten?

Für Babys und Kinder im Vorschulalter wird eine Wassertemperatur von circa 30 Grad empfohlen. Sie reagieren viel empfindlicher auf Umgebungsveränderungen als andere Altersgruppen. Bei älteren Schwimmschülern darf es etwas kühler sein (28 bis 29 Grad).