Oft bemerke ich im Unterricht das Kinder sich weigern, sich von mir behutsam Wasser über das Gesicht laufen zu lassen oder ihr Gesicht unterzutauchen. Das Beherrschen dieser Fähigkeit ist nicht nur ausschlaggebend für den weiteren erfolgreichen Verlauf der Wassersicherheits- und Schwimmausbildung, sondern verursacht voraussichtlich auch zu Hause im eigenen Badezimmer jedes Mal ein riesen Drama. 

Auch den Schwimmlehrer stellt es vor eine schwierige Aufgabe. Wir gehen eigentlich davon aus, dass unsere Teilnehmer diese Fähigkeit bereits beherrschen, bevor die Kinder zu uns in die Schwimmschule kommen. Wenn wir ein Kind im Wassergewöhnungskurs haben, das kein Wasser im Gesicht duldet, dann kann das den ganzen Kurs aufhalten, verlängert die Ausbildungszeit und somit kostet es euch auch nur unnötig mehr Geld.

Hier also ein paar Tipps zum Vermeiden dieser Situation!

Auch hier gilt wie so oft, je früher man damit anfängt, desto besser. Im Prinzip kommt es am Anfang auf diese fünf Dinge an: Geduld, Selbstsicherheit, Spaß, das Kommando: „Name – Achtung – fertig – los!” und viel Lob. Wie in so vielen Situationen brauchen manche Dinge etwas Zeit und Geduld. Wenn ihr euer Kind waschen wollt, dann soll es ja nicht immer in ein großes Drama ausarten. Von daher ist es wichtig, dass ihr es von Anfang an behutsam an das Wasser im Gesicht gewöhnt. Hat es bisher immer Probleme damit gegeben, dann solltet ihr die folgenden Schritte befolgen. Sie werden in ähnlicher Art und Weise auch im Babyschwimmen angewendet und funktionieren sehr gut.

Am besten setzt ihr euch zusammen in die Wanne und lasst angenehm klares warmes Wasser ein. Ihr zeigt eurem Sprössling, wie es funktioniert, bevor ihr es bei ihm ausprobiert. Dafür nehmt ihr einen Schwamm oder Waschlappen, saugt ihn voll mit Wasser und lasst dieses vorsichtig über euren eigenen Hinterkopf tropfen oder laufen. Bevor ihr damit beginnt, ist es ganz wichtig, dass ihr immer das Kommando „Name – Achtung – fertig – los!” anwendet und dabei eure Augen schließt, obwohl diese in dieser ersten Stufe gar nicht mit Wasser in Berührung kommen. Achtet also darauf, dass noch kein Wasser über euer Gesicht läuft. Euer Kind wird euch dabei beobachten. Stellt also sicher, dass keine Zweifel bei ihm aufkommen. Im Anschluss macht ihr ein glückliches Gesicht. Ihr zeigt eurem Kind, dass dieses Übergießen mit Wasser Spaß macht und keine Gefahr darstellt. Das Ganze funktioniert natürlich auch, wenn ihr für diese Übung ein Stofftier oder eine Puppe in der Wanne benutzt.

Wiederholt diesen Ablauf ein paar Mal und dann versucht es bei eurem Kind. Es ist ganz wichtig, dass ihr dabei immer den gleichen Ablauf wiederholt. Schon bald werden eure Kleinen, wenn sie den Spruch „Name – Achtung – fertig – los!” hören, automatisch die Augen schließen, da sie jetzt wissen, was gleich passieren wird. Sobald ihr bemerkt, dass es wunderbar klappt, geht einen Schritt weiter. Vergesst dabei nicht, dass ihr eure Kleinen nach jedem Versuch ausgiebig lobt und zuredet.

In der nächsten Stufe zeigt ihr eurem Kind als Erstes wieder an euch selbst oder der Puppe, was ihr als Nächstes plant. Lasst jetzt vorsichtig Wasser über eure Stirn laufen. Wenn ihr es richtig macht, dann sollte das Wasser von der Stirn und der Nase tropfen, ohne dabei in die Augen zu gelangen. Versucht dabei den Kopf gerade oder leicht vorgebeugt zu halten, denn wenn ihr ihn nach hinten lehnt, kann es schnell passieren, dass sich Wasser in den Augenhöhlen sammelt und euer Kind einen kleinen Schreck bekommt.

Im schlimmsten Fall müsst ihr dann wieder von vorne anfangen. Nehmt euch für diese Übung also viel Zeit. Es wird nicht sofort bei jedem Kind oder beim ersten Versuch klappen. Auch hier gilt wieder, sobald ihr bemerkt, dass sich euer Kind an das Wasser auf der Stirn gewöhnt hat, dann geht ihr einen Schritt weiter und versucht es mit etwas mehr Wasser. Später könnt ihr das Vorgehen vielleicht auch vorsichtig mit einem kleinen Eimerchen oder sogar mit der Duschbrause üben.

Klappt es alles wunderbar, dann wäre der nächste logische Schritt das Untertauchen. Damit werde ich mich in einem meiner nächsten Artikel befassen. Ich kann es nicht oft genug wiederholen. Achtet darauf, dass ihr euch an den Ablauf haltet. Sobald ihr Unwohlsein bei eurem Kind beobachtet, geht einen Schritt zurück und fangt wieder von neuem an. Auf gar keinen Fall solltet ihr Druck ausüben, oder zeigen, dass es euch nicht schnell genug geht oder ihr langsam genervt seid. Euer Kind entscheidet, wann es für die nächste Stufe bereit ist.

Viel Spaß beim Üben! Euer Kind und sein Schwimmlehrer werden es euch später danken. :-)