Es kommt immer wieder vor, dass mir Kinder vor ihrer aller ersten Kursstunde ihre tollen Schwimmbrillen zeigen. Viele sind dann immer sehr enttäuscht wenn diese während des Unterrichts überhaupt nicht benutzt werden. Das hat natürlich einen triftigen Grund. Kommen Schwimmbrillen zu früh zum Einsatz, gewöhnen sich Kinder zu schnell an diese und die Ausbildung verfehlt recht schnell ihr eigentliches Ziel: Den sicheren Umgang mit dem nassen Element.

Schwimmbrillen gehören meines Erachtens nicht in den Bereich der Wassergewöhnung bzw. Wassersicherheit und spielen erst später bei der Schwimmtechnikausbildung eine Rolle.
In meinen Kursen muss ein Kind erst einmal zeigen, dass es einen Torpedo bzw. das Hunde paddeln mit Kopf unter Wasser bedenkenlos und ohne sich anschließend die Augen zu reiben, vormachen kann. Aller größte Priorität vor dem Schwimmen lernen hat nun mal die Gewöhnung der Augen an das Wasser.

22777292_xlIn meinen Anfängergruppen argumentiere ich meistens so: “Stell dir vor, du machst mit deinen Eltern am Sonntag einen Spaziergang am Fluss oder fährst mit ihnen zum Paddeln an den See. Auf einmal fällst du aus Versehen ins Wasser. Hast du da immer eine Schwimmbrille auf?”.

Ein Kind das Schwimmen kann, allerdings panisch um sich schlägt wenn es Wasser in die Augen bekommt ist nun leider mal nicht viel sicherer als ein Kind aus dem Nichtschwimmerkurs.

Auch in meinen Kursen für Fortgeschrittene wird in den ersten fünf und den letzten zehn Minuten des dreissigminütigen Unterrichts immer ohne Schwimmbrille geübt. Grundlegende Kenntnisse werden somit nicht verlernt und Elemente aus der Wassersicherheit beinhalten nun mal keine Aktivitäten mit Schwimmbrille.

Fortsetzung folgt…

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