IMG_1265_reach to rescue

In diese Woche hatte ich nun endlich meine ersten drei Lehrproben, um dann doch nach langer Zeit (Die Anerkennung meines deutschen Uniabschlusses hatte sich hier doch etwas hingezogen. Nur so ca. 5 Jahre!) endlich mein Lehramtsstudium langsam zu Ende zu bringen. Selbstverständlich führte ich diese im Rahmen eines Schulschwimmprogrammes des tasmanischen Bildungsministeriums durch.

An drei aufeinanderfolgenden Tagen unterrichtete ich dafür eine Gruppe von acht Kindern aus den Klassen 4 bis 6. Warum nur acht Kinder werdet ihr euch jetzt fragen! Die Schüler werden hier abhängig von ihrem Kenntnisstand in Leistungsgruppen eingteilt. Die Schwimmgruppen meiner Kollegen waren etwas größer. Allerdings hatten diese auch nicht mehr als zwölf Teilnehmer pro Gruppe, denn größer darf die Teilnehmerzahl pro Schwimmlehrer hier in Tasmanien aus Sicherheitsgründen nicht sein. Das Wohl der Schüler und die Qualität des Unterrichts steht nun einmal an erster Stelle.

Zurück zu meiner Lehrprobe. Verglichen mit den anderen Teilnehmern gehörten meine Schüler zu den fortgeschrittenen Schwimmern, die bereits das Rücken- und Kraulschwimmen in seinen Grundelementen beherrschten. Daher standen somit zwei neue Schwimmarten auf dem Plan. Die erste ist weitestgehend unbekannt in Deutschland. Sie heißt Survival Backstroke und gehört zu den Überlebens- und Sicherheitsschwimmarten. Die Gliedmaßen sind immer unter Wasser, was ein vorzeitiges Auskühlen verhindern soll. Das Gesicht ist über Wasser, damit ein problemloses Atmen während der Ausführung geährleistet ist. Unter bestimmten Voraussetzungen ist Survival Backstroke relativ leicht zu erlernen und eignet sich außerdem hervorragend zur Vorbereitung auf die zweite Sicherheitsschwimmart, dem Brustschwimmen (richtiges Brustschwimmen mit Gleitphase und Gesicht unter Wasser! J ), da der Beinschlag mehr oder weniger der gleiche ist.

Dazu hier ein kleines Video: Survival Backstroke

Außerdem standen noch praktische Übungen und Videobeiträge bezüglich der Selbstrettung und Rettung Anderer auf dem Plan, sowie etwas Theorieunterricht zum Thema Wassersicherheit zu Hause und in der Region. Die kleine Stadt mit dem Namen New Norfolk liegt direkt am Derwent River, einem der größten Flüsse Tasmaniens und wird oft von Jugendlichen im Sommer zum Schwimmen genutzt. Flussabwärts gibt es ein paar sehr hochgelegene Klippen, die viele Einheimische zu gefährlichen Sprüngen in den Fluss animieren.

In meiner dritten und letzten Lehrprobe ging es dann darum, dass zuvor Gelernte in einer Art Realsituation gekonnt umzusetzen. Das Ausbildungsprogramm umfasst einen so genannten Survival Swim von drei bzw. fünf Minuten, indem mit bestimmten Sicherheitssprungtechniken mit Bekleidung ins Wasser gesprungen werden muss. Daraufhin folgt dann für einen kurzen Zeitraum das Schwimmen und Schweben auf der Stelle, sowie das Fortbewegen über einen gewissen Zeitraum durch die Schwimmarten Survival Backstroke, Brustschwimmen und Sidestroke. Das anschließende Entkleiden im Wasser, bis auf die Badesachen, und das selbstständige Herausklettern an der Schwimmbeckenwand macht Kindern besonders viel Spaß und stellt sie vor eine große Herausforderung, bei der ihnen bewusst wird, wie groß doch die Unterschiede zwischen Sachenschwimmen und Schwimmen in Badesachen ist.

Bootsicherheitstraining_Fotor

An den beiden letzten von den insgesamt zehn Tagen intensiven Übens wurden dann noch Techniküberprüfungen in den jeweiligen Schwimmarten durchgeführt. Es gab einen Übungsteil bei dem Rettungswesten ausprobiert worden sind, sowie ein Bootsicherheitsprogramm. Viele Familien besitzten hier Boote zum Angeln und Segeln und verbringen somit viel Zeit auf Flüssen, Seen und auf dem Meer.

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