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Im vierten und letzten Teil meiner kleinen Serie „Die richtige Schwimmschule“, geht es um die ideale Schwimmbadgröße für Anfänger und Fortgeschrittene, aber auch um die Möglichkeiten deines Kindes Erlebtes im Unterricht oder auch im Anschluss selbst zu üben und auszuprobieren.

Gelegenheiten zum Üben und Ausprobieren

Im Kurs selber sollten die Teilnehmer selbstverständlich die Gelegenheit bekommen, neu Gelerntes ausgiebig zu üben und auszutesten. Steht dein Kind im Kurs die Hälfte der Zeit nur herum oder fühlt es sich nicht wohl. Erzählt der Schwimmlehrer zu viel bzw. vermittelt die Aufgaben und Kenntnisse nicht richtig, dann frage beim Schwimmbadpersonal nach, ob nicht jemand anderes dein Kind unterrichten könnte, schließlich ist es dein Geld, das du für den Kurs bezahlt hast.

Ich weiß, dass viele Anbieter sich immer noch sträuben, Eltern den Zugang zum Schwimmlernbereich zu gestatten. Viele sind der Meinung das viele Kinder sich ansonsten nicht auf die Anweisungen und Aufgabenstellungen des Schwimmlehrers konzentrieren können. Meines Erachtens sollten Eltern immer mit dabei sein, denn nur so kann sich euer Kind sicher fühlen und du kannst auch in manchen Situationen den Schwimmlehrer unterstützen, z.B. wenn dein Kind während des Unterrichts mal schnell zur Toilette muss. Ich bin auch der Meinung, dass Eltern in die Wassersicherheitsausbildung ihrer Kinder mit einbezogen werden sollten und das geht nun mal nur, wenn sie mit dem Schwimmlehrer kommunizieren und während des Unterrichts alles mitverfolgen können. Und wenn es wirklich nicht funktioniert, und euer Kind ständig die Gruppe verlässt und zu euch kommt bzw. zuwinkt, dann kann man immer noch während der kommenden Übungsstunden außerhalb des Poolbereiches warten, bis es sich an den Schwimmunterricht gewöhnt bzw. es sich etwas beruhigt hat.

In manchen Bädern haben Schwimmschüler im Anschluss der Übungsstunde sogar kostenlos die Gelegenheit neue Bewegungen mit ihren Eltern noch einmal selbstständig und ohne Lehrer auszuprobieren. Dieses Angebot sollte auf jeden Fall genutzt werden, denn das spart Geld und fördert den Lernprozess. Um diesen noch etwas zu beschleunigen, solltest du außerdem noch in Erwägung ziehen, vielleicht noch einmal zusätzlich in der Woche mit deinem Kind ins Schwimmbad zu gehen. Auch wenn es in deinen Augen nur “spielt”, es lernt und verbessert sich kontinuierlich, probiert neue Sachen aus, wendet Gelerntes an und testet seine Fähigkeiten und Grenzen aus.

Schwimmbadgröße


Auch die Schwimmbadgröße spielt eine große Rolle bei der Wahl einer geeigneten Schwimmschule. In den meistens von den Kommunen betriebenen Schwimmbädern kann es schon mal etwas lauter zu gehen, da man sich hier mit vielen anderen Besuchern und Schwimmkursteilnehmern das Bad teilen muss. Das kann natürlich Einfluss, vor allem in Babyschwimmkursen, auf die Konzentration bzw. auf das Wohlbefinden eures Kindes haben.

Die kleineren, von privaten Anbietern, gemanagten Pools hingegen sind da schon etwas angenehmer. Allerdings sind hier die Möglichkeiten der vielseitigen Ausbildung etwas begrenzt. Meistens sind diese Pools nur ein paar Meter lang und auch nicht sehr tief, eignen sich aber hervorragend für Babyschwimmkurse. Ab einem bestimmten Schwimmlevel bzw. Körpergröße muss dann rechtzeitig in ein größeres Bad gewechselt werden, da es schwierig wird, hier das Schwimmen über längere Strecken zu üben bzw. das Springen vom Rand ins Wasser zu gefährlich wird. Ich habe es leider schon zu oft erlebt, dass Kinder, die zu lange in einem kleinen Becken unterrichtet wurden, sich dann in einem großen Becken unsicher fühlten oder sich sogar zurückentwickelt haben.

Fazit

In Deutschland werden meines Wissens nach nur wenige Anbieter alle diese Kriterien mit einem Mal erfüllen können. In Australien gehören die meisten zum Standard. Such dir die Punkte heraus, die für dich am wichtigsten sind und richte danach deine Suche nach einer ordentlichen Schwimmschule aus. Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Jahren in diesem Bereich viel passieren wird. So wie ich es bis jetzt beobachten konnte, tut sich in Deutschland im Schwimmlernbereich doch einiges und die Anzahl der privaten Schwimmschulen erhöht sich rasant. Konkurenz belebt ja gewöhnlich das Geschäft und um einen vernünftigen Unterschied und besseren Service anbieten zu können, werden viele Schwimmschulen meine oben genannten Punkte mittel- und langfristig nicht ignorieren können.