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Qualifiziertes Personal


So weit ich weiß müssen Schwimmlehrer in Deutschland nicht zwingend eine Qualifikation oder einen Kurs besucht haben, um Schwimmunterricht anzubieten. Jeder der denkt, dass er Kindern oder auch Erwachsenen das Schwimmen beibringen kann, könnte sofort loslegen. Es gibt allerdings Organisationen in Deutschland, wie die …

DSV Jugend, die Schwimmlehrerkurse anbieten.

Vor allem in den letzten Jahren wurden die Schwimmlehrerkurse aus pädagogischer Sicht weiter überarbeitet. Viele private Schwimmschulen, wie z.B. die Schwimmschule Delphin aus Hamburg oder Wassermeloni aus Hannover, haben ihre eigenen Ausbildungskonzepte konzipiert. Sie favorisieren eine nachhaltige und breite Ausbildung und halte mit gutem Grund nicht viel von so genannten 14 Tage Seepferdchen-Crashkursen.

Wenn im Kurs eures Kindes immer noch alte Methoden, die euch an euren eigenen Schwimmunterrichtimg_2538 vor 25 oder 30 Jahren erinnern, angewendet werden, dann könnt ihr davon ausgehen, dass dieser Schwimmlehrer sich diesbezüglich nicht weitergebildet hat. Ich behaupte ja nicht das früher alles falsch gemacht wurde. Auch wir haben Schwimmen gelernt. Allerdings hat mir damals niemand beigebracht, wie ich z.B. auf der Stelle Schwimmen kann. Mir ist das selbst immer sehr schwer gefallen, vor allem wenn man sich dabei unterhalten sollte. Auch das Kraulschwimmen habe ich mir durch das Beobachten von Anderen abgeschaut. Erst später an der Uni wurde mir gezeigt wie es richtig geht.

Professionelle Schwimmlehrer unterrichten heutzutage zu Beginn der Ausbildung auf Augenhöhe mit den Schwimmanfängern. Es gibt ihnen viel mehr Möglichkeiten in Bezug auf Unterstützung, Übungen vorzumachen und mehr Sicherheit zu gewährleisten. Ich kann mich heute immer noch daran erinnern, wie in meinem Schwimmkurs vor mehr als 30 Jahren eine der Teilnehmerinnen, weil sie sich aus Angst weigerte ins Becken zu springen, vom Schwimmlehrer versucht wurde ins Wasser zu schubsen. Das Kind hatte sich aber so sehr an der Schwimmlehrerin festgekrallt, dass diese mit ins Wasser fiel. Das hört sich erstmal ganz witzig an, allerdings möchte ich nicht wissen was dieses Mädchen in diesem Augenblick durchmachen musste. Wahrscheinlich wird sie bis heute das Wasser und den Besuch im Schwimmbad meiden und alles nur weil die damalige Schwimmlehrerin nicht wusste wie es besser geht.

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Stelle also sicher das der zukünftige Schwimmlehrer auch eine vernünftige Ausbildung bzw. ein Zertifikat vorweisen kann und nicht nur mit seinen 30 Jahren Erfahrungen prahlt.

Es hat sich im Schwimmlernbereich in den letzten Jahren viele Positives getan. Wie in vielen anderen Bereichen auch sollten auch Schwimmlehrer sich von Zeit zu Zeit weiterbilden. Alte Methoden wurden über die Jahre weiterentwickelt und sogar neue Herangehensweisen finden viel Anspruch. Ein erstes Zeichen für gute Qualität ist, wenn der Schwimmlehrer während der Wassersicherheits- und Anfängerschwimmausbildung grundsätzlich immer mit im Wasser ist und die Anzahl der Teilnehmer in einer homogenen Gruppe nicht die Zahl von sechs übersteigt. Denkt bitte auch daran nach einer Erste-Hilfe-Ausbildung zu fragen und wie dein Kind in der Schwimmschule versichert ist.

In Australien ist dieser Bereich sehr gut organisiert. Voraussetzung für das Unterrichten ist eine grundlegende Erste-Hilfe-Ausbildung, ein polizeiliches Führungszeugnis das dir erlaubt mit Kindern zu arbeiten und der erfolgreiche Abschluss eines Schwimmlehrerkurses. Dieser Kurs wird von der australienweiten und auch in Asien und Neuseeland vertretenen Schwimmlehrerorganisation AUSTSWIM angeboten.

AUSTSWIM bietet den wohl weltweit am verbreitetsten Grundlagenschwimmlehrerkurs an. Dieser nennt sich AUSTSWIM – Lehrer für Schwimmen und Wassersicherheit und ist der einzige mit ISO Zertifikat. Als erstes besucht man einen praxisorientierten AUSTSWIM_LOGO_CMYK_FINALWochenendworkshop, anschließend muss ein Onlinetest bestanden werden und zu guter letzt noch ca. 20 Stunden im Schwimmbecken einen Schwimmlehrer beim Unterrichten unterstützen. Erst dann darf man eine eigene Gruppe leiten. Aber auch dann ist man noch lange nicht fertig. Man hat zwar ein Zertifikat, aber noch keine Erfahrung. Diese kommt dann über die nächsten Jahre und man entwickelt seine eigene Herangehensweise, wie man Kindern das Schwimmen am effektivsten beibringt.

Um nach drei Jahren weiterhin als Schwimmlehrer unterrichten zu dürfen, muss jedes Jahr nachgewiesen werden, das man an einem Auffrischungskurs für Erste Hilfe und das Rettungsschwimmen teilgenommen hat. Außerdem wird eine bestimmte Anzahl an absolvierten Unterrichtsstunden vorausgesetzt. Man kann sich aber auch in speziellen Austswimkursen weiterbilden oder an Konferenzen, wie ich vor zwei Jahren in Wellington, teilnehmen. Jeder der so ein AUSTSWIM – Zertifikat besitzt ist auch automatisch versichert.

Hoffentlich wird auch dieser Bereich zukünftig in Deutschland bald etwas besser organisiert. Schließlich gebt ihr als Eltern euren Nachwuchs in fremde Hände und vertraut auf die Kenntnisse und Erfahrungen einer Person die ihr nicht kennt bzw. eventuell noch nie vorher gesehen habt.