16828520_m SchwimmschuleViele Eltern fragen sich oft, wann der richtige Zeitpunkt zum Schwimmen lernen für ihr Kind ist. Oft hört man, dass Kinder bereits mit zwei Jahren einige Meter im Wasser zurücklegen können.



 Es hängt natürlich davon ab, wie oft man seinem Kind die Möglichkeit gibt Erfahrungen mit und im Wasser zu sammeln. Außerdem sollte man sich die Frage stellen, was man eigentlich unter Schwimmen lernen versteht. Reicht es mir, wenn mein Kind nach dem Reinfallen sich umdrehen kann und zum Beckenrand zurück schwimmt? Heißt “schwimmen können” für mich, dass man egal wie, sich für 25 bis 50 m irgendwie vorwärts bewegen kann. Oder lässt es sich ruhiger leben, wenn ich weiß das meine Kleinen mehrere Schwimmarten beherrschen und genau wissen wie sie im Notfall zu reagieren haben.

Beginnt man bereits im Babyalter mit dem Babyschwimmen (wobei es ja hier nicht wirklich ums Schwimmen lernen für Babys handelt) und geht öfter mit dem eigenen Kind in ein Schwimmbad oder im Sommer an den Badesee, dann sind die Chancen natürlich viel größer, dass diese Kinder unter Umständen viel schneller lernen sich im Wasser frei zu bewegen und auch die entsprechende Sicherheit entwickeln, als andere.
 Wartet man damit bis zur Einschulung oder sogar bis zum ersten Schulschwimmkurs, besteht die Gefahr, dass der Sprössling vorher bereits gewisse Bedenken und Ängste entwickelt hat. Das kann z.B. dadurch entstehen

• dass Eltern ihrem Kind ständig erzählen, dass Wasser gefährlich ist

• sie selbst vielleicht große Angst haben und nicht Schwimmen können

• man dem Kind den regelmäßigen Kontakt mit Wasser nicht ermöglicht

• es in der Vergangenheit bereits eine Negativerfahrung gemacht hat.

Je länger man die Teilnahme an einem Schwimmkurs hinauszögert, umso schwieriger wird es später für das Kind Vertrauen zum Wasser zu entwickeln und sich darin wohlzufühlen.
 Aus meiner Erfahrung ist es am besten wenn dein Kind im Alter von ca. drei bis vier Jahren an einem Wassergewöhnungskurs teilnimmt und anschließend direkt mit dem Schwimmen lernen beginnt. Es gibt viereinhalbjährige, die Schwimmtechniken aufsaugen wie ein Schwamm und dann gibt es aber auch sieben- bis achtjährige, die einfach etwas länger brauchen, um bestimmte Bewegungen auszuführen.

Entscheidest du dich nur für einen Seepferdchenkurs, dann musst du anschließend am Ball bleiben und regelmäßig mit deinem Kind die erlernten Kenntnisse üben, damit sie nicht wieder verloren gehen. Eine bessere Option wäre sich eine Schwimmschule zu suchen, die ein umfassendes Wassersicherheits- und Schwimmlernprogramm anbietet, welches über die traditionelle deutsche Schwimmausbildung hinaus geht. Das Angebot sollte mindestens die Wassergewöhnung, einen Beginnerschwimmkurs und einen Folgekurs beinhalten, um Gelerntes noch weiter zu vertiefen und zu festigen.

Bitte bedenkt außerdem, dass euer Kind am Anfang eines Schwimmkurses noch ganz anderen Einflüssen ausgesetzt ist, wie z.B. die neue Umgebung, der neue Schwimmlehrer und die vielen anderen neuen Kinder, die einen erfolgreichen Start erschweren können. Habt also bitte Geduld mit euren Kleinen und setzt sie bitte nicht unter Druck, denn damit erreicht man nur das Gegenteil. Oft höre ich Sprüche von Eltern wie „Das haben wir früher in zwei Wochen gelernt!“ oder „Ich wurde damals ins Wasser geschubst und dann musste ich es lernen!“. Mittlerweile haben sich die Zeiten aber etwas geändert. Kinder wachsen heutzutage viel behüteter auf, verbringen mehr Zeit drinnen als draußen, dazu kommt das viele von ihnen übergewichtig sind und viele Eltern viel mehr beruflich eingebunden sind als früher. Alle diese Gründe können einen Einfluss auf das Schwimmen lernen haben, wie z.B. mangelnde Koordination, Kondition, Bewegungseinschränkungen, Zeitmangel, aber auch Angst und depressives Verhalten.

Gebt ihnen also Zeit und bleibt am Ball wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt. Den größten Fehler den ihr machen könnt, ist den Kurs abzubrechen und es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu versuchen. Im Ernstfall sprecht mit dem Schwimmlehrer, vielleicht hilft es ja wenn ihr die ersten Stunden mit ins Wasser geht oder versucht es mit zwei oder drei Privatstunden. Am Ende ist es wie mit vielen anderen neuen Dingen im Kindesalter auch. Bei den Einen geht es schneller, bei den Anderen dauert es etwas länger. Irgendwann macht es aber “klick” und dann können sie es alle.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Marcus Parschau

1 Antwort
  1. Julia sagte:

    Interessanter Beitrag, kann es nur bestätigen, dass man gar nicht früh genug anfangen kann, seinen Kindern schwimmen beizubringen. Habe selbst als Kind erst relativ spät einen Schwimmkurs gemacht, was im Prinzip nur Nachteile mit sich gezogen hat. Wurde des öfteren von Klassenkameraden gehänselt, da ich noch eine der wenigen war, welche nicht schwimmen konnten.

    Somit liebe Eltern, schaut dass ihr eure Lieben so schnell es geht in einen Schwimmkurs schickt :-)

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