Kia Ora Whanau liebe Leser,

Am 12. und 13. Juli fand in Wellington/ Neuseeland die regionale Austswimkonferenz “Soak it up! 2014” statt. Zirka 150 Schwimmlehrer und Schwimmschulmanager aus ganz Neuseeland fanden sich hier zusammen, um Erfahrungen und neueste Erkenntnisse auszutauschen.

IMG_0628Es wurden Workshops und Präsentationen zu den unterschiedlichsten Themen abgehalten, wie z.B. Schwimmschulsoftware, Schwimmtechnik, Kundenbetreuung und Service, Trends und Schwimmen lernen für Behinderte. Unterstützt wurde diese Veranstaltung vom Austswim CEO Gordon Mallet und Laurie Lawrence, der wohl in Australien bekannteste Schwimmlehrer und ehemalige Olympiaschwimmtrainer.

Besonders in einem der Vorträge wurde nochmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Schwimmschulen sich zukünftig mehr und mehr auf die Wassersicherheit konzentrieren müssen, wenn die landesweite Ertrinkungsrate verringert werden soll. Erst wenn Kinder hier die nötigen Kenntnisse erlernt haben, kann man sich verstärkt auf die eigentliche Grundlagenschwimmausbildung konzentrieren. Das Gleiche muss für das Schulschwimmen gelten, soweit dieses überhaupt noch angeboten wird.

Außerdem wurde betont, dass Eltern zukünftig von den Schwimmschulen viel mehr in die Ausbildung mit einbezogen und mehr über Wassersicherheit aufgeklärt werden müssen als bisher. Vielen ist gar nicht bewusst, wo die Gefahren zu Hause liegen oder wie sie den Besuch im Schwimmbad oder am See noch sicherer für ihre Kinder gestalten können.

Schwimmstunden kosten aufgrund der hohen Personalkosten und der geringen Anzahl von Schwimmschülern pro Gruppe inIMG_0640 Neuseeland und Australien eine Menge Geld. Sie werden, wie überall auch, als sehr wichtig angesehen. Kinder müssen nun mal Schwimmen und wissen wie sie sich aus bestimmten Gefahrensituationen befreien können. Allerdings können sie auch zu einem teuren Unterfangen für normal verdienende Familien werden. Viele Schwimmschulbetreiber stellen mittlerweile vermehrt fest, dass Eltern oft nachfragen, was außerhalb der Schwimmstunden noch geübt werden kann, um den Lernprozess noch etwas mehr zu beschleunigen und natürlich auch um Kosten zu sparen. Eltern die es versäumt haben ihr Kind rechtzeitig an das Wasser zu gewöhnen, müssen daher später oft viel tiefer in die Tasche greifen als andere.

Warum diese Informationen wichtig sind? Die Situation in Deutschland sieht leider ähnlich aus. Zu viele Menschen ertrinken jedes Jahr. Schwimmbäder werden geschlossen und andere hingegen stoßen an ihre maximalen Kapazitäten. Eltern verlassen sich zu sehr auf die Schwimmausbildung in der Schule, obwohl das dann meistens fast zu spät ist. Die Schwimmausbildung in den Schulen wird, wie in dem Link von letzter Woche zu sehen war, anscheinend nicht mehr überall angeboten und viele Schwimmschulen bieten eine zu kurze und einseitige Ausbildung an. Eltern werden oft bewusst vom Schwimmunterricht ferngehalten, was die Aufklärung über das Thema Wassersicherheit der wohl wichtigsten Lehrer im Leben eines Kindes unmöglich werden läßt.

IMG_0644Für Eltern stellt sich anschließend oft die Frage, wie es nach dem bestandenen Schwimmkurs weiter geht. Wenn Sie wüssten was zu tun wäre, würden viele bestimmt selbst aktiv werden. Stattdessen bleibt ihnen dann nur der Schwimmverein, weil es keine anderen Alternativen gibt. Ich habe es selbst erlebt. Im Sommer 2013 konnte man mir in einer großen deutschen Schwimmhalle, mit ständig ausgebuchten Schwimmkursen, keine konkrete Antwort auf meine Anfrage zu einem Vertiefungskurs für Schwimmen lernen und Wassersicherheit geben. “Na Sie können Ihr Kind im Schwimmverein anmelden oder müssen es selber machen!”

Hier mal noch der Link zu Laurie’s australienweiten Wassersicherheitskampagne „Kids alive, do the five!“, die unter anderem auch von der australischen Regierung mit finanziert und unterstützt wurde. Eines der Hauptziele dieses Projekts ist es die Ertrinkungsrate für Vorschulkinder auf Null zu senken. Alle Eltern von Neugeborenen in Australien bekommen z.B. noch im Krankenhaus eine DVD über das Leben mit Wasser! Wenn ihr wissen wollt, warum wir auf den Bildern ständig unsere Hände in die Kamera halten, dann schaut euch den Film an.

Kids alive, do the five!

Nachdem ihr auf den Link geklickt habt, bitte unten rechts noch mal auf das YouTube logo klicken.

Quelle: YouTube, veröffentlicht am 23.02.2011 von Oxigenofilmtv

Kia pai to ra

Marcus

 

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